Am Freitag 04. Dezember 2009 fand endlich der oft besprochene Termin am Stammtisch der Piraten statt. Neben ca. 25 Piraten und Freibeutern des KV Jenas, waren 3 Freifunker anwesend: frlan, Micha und Chekov. Volles Haus in der Quergasse Nr. 1 — Dabei eine angenehme, entspannte Atmosphäre, die zur Diskussion einlud.
Im Vorfeld des Vortrages haben die Piraten eine kurze Vorstellungsrunde gemacht und über einige aktuelle Themen der Partei diskutiert. Danach als "Hauptgang" des Abends war der Freifunkervortrag an der Reihe:
Der Vortrag dauerte ca. 30 Minuten. Dabei wurde während und danach kontrovers über das ein oder andere Thema diskutiert.
Im Großen und Ganzen ist der Abend ganz erfolgreich verlaufen und einige der Anwesenden haben sicherlich die Idee hinter Freifunk mit nach Hause genommen.
Tatsächlich hat sich bereits der erste Pirat bei uns gemeldet und möchte sich wenn möglich einbringen.
Besonders wurden an verschiedenen Stellen die Möglichkeiten, die durch die Piraten als Partei im Bereich der Beeinflussung von Politik und anderer allgemeiner Umgebungsparameter - um zum Beispiel eine Rechtssicherheit im Bereich der Haftung für Betreiber von Knoten, die eine Verbindung zum Internet herstellen - herbei zu führen erwähnt. Auch Erwähnung fand der Hinweis auf die laufende Stadtsratsthematik zur Verwendung von noch offener Mittel (Bürgerhaushalt) — Eine der Vorschläge ist eine Schaffung eines flächendeckenden WLAN-Netzes in Jena.
Doch hat hat nicht alles perfekt geklappt, so dass auch Platz für Kritik an dieser Stelle sein muss:
Wir hatten den Eindruck, dass nicht alle Vorzüge eines frei vermaschten Netzwerkes vollständig beim Publikum angekommen sind - auch wenn es eine sehr schlimme Phrase ist, beschreibt es die Situation sehr gut: Nicht jeder der Anwesenden konnte mit dem Thema "abgeholt und mitgenommen werden". Hier muss der Vortragende bei einer weiteren Veranstaltung in einem anderen Rahmen detaillierter und praxisnäher auf dieses Thema eingehen und die abstrakten Punkte durch mehr Beispiele verdeutlichen und untermalen.
Während des Vortrages hat ein Anwesender Pirat auf die fehlende Rechtssicherheit aufmerksam gemacht. Den meisten Freifunkern ist dies bekannt und in der Vorbereitung haben wir uns dazu entschlossen, dies Thema nicht explizit in den Foliensatz einzuarbeiten. Entsprechend war hier aber leider auch die Vorbereitung des Vortragenden, so dass sich eine Diskussion entwickelte, die möglicherweise auf Interessierte ein wenig abschreckend wirkte. Die Erklärung, dass niemand notwendigerweise den Internetzugang teilen muss, konnte die Bedenken ein wenig senken, aber nicht vollständig aus der Welt schaffen - leider machte es den Anschein dass dieses Argument bei einigen Beteiligten schon nicht mehr ankam. So schlecht es auf den ersten Blick wirkte, hat diese Diskussion rund um dieses Thema aber gezeigt, dass die unklare Rechtslage, vor allem im Bereich des Privatrechts abschreckend wirken kann und als ein sehr großer Problem auch außerhalb der Community wahrgenommen wird. Bereits eine minimale, abstrakte und theoretische Gefahr löst tatsächlich starke Bedenken gegenüber des gesamten Projektes aus und bestätigt damit Klaus' Aussagen aus einem vorhergehenden Treffen.
Da dieses grundsätzliche Problem aber in alle Freifunkgemeinschaften und auch beim Piratenfreifunk in Berlin besteht, haben sich die anwesenden Piraten dazu bereiterklärt, ein wenig zur Klärung der Rechtssicherheit bei zu tragen. Hier bleibt offen, ob es diese Sicherheit tatsächlich zeitnah geben kann.
Gesamtheitlich betrachtet, konnten wir als Freifunker diesen Konflikt nicht vollständig auflösen, können aber ein paar Punkte für die Zukunft ableiten.
- Klärung der Probleme durch technische bzw. rechtliche Lösung im Sinne von z.B. zentralen Ausgangsserver, Zwangstorifizierung oder Herbeiführung einer durch die Politik herbeigeführten Rechtssicherheit
- Bessere Kommunikation, dass nicht jeder Internet einspeißen muss.
- Offener Kommunikativer Umgang mit dem Problem
li>Argumentationsleitfaden für solche Fälle
Weitere Punkte für die Zukunft, in loser Form ...
- Trotz dass sie überall ist, reagieren viele Zuhörer negativ auf die Anmerkung der Nutzung von 'stärkeren' Antennen oder Erhöhung der Sendeleistung
- Für Außenstehende ist nicht klar geworden, wie man sich im Freifunknetz orientieren kann